in Berlin sind gleich zwei Volksbegehren am Start, welche die Lebensqualität der Bewohner*innen der Stadt nachhaltig verbessern möchten. Berlin Werbefrei möchte, vor allem digitale Werbung, der wir uns nicht entziehen können, im Stadtbild einschränken. Der Verkehrsentscheid möchte dass durch saubere Luft, Sicherheit und Ruhe die Innenstadt zu einem lebenswerteren Ort für alle wird. In diesem Sinne widersetzt sich auch ein breites Berliner Bündnis der Idee, Olympia wieder nach Berlin zu holen, in dem sie auf die immensen Kosten und die Umverteilung von staatlichem Geld ans private IOC sowie auf explodierende Mieten und Verdrängung von armutsbetroffenen Menschen verweist, die die Folgen wären.
Also: Es bleibt viel zu Tun, an allen Enden und Ecken
Das Bündnis gegen Verdrängung und Mietenwahnsinn vernetzt seit 2018 viele Initiativen, um gemeinsam gegen gesellschaftliche und wirtschaftliche Verhältnisse, die untragbar sind sowie gegen das Nichtstun der Politik zu kämpfen. Das Bündnis organisiert jedes Jahr Demonstrationen und Aktionen in Berlin, ist Bundes- und europaweit vernetzt und setzt der Stadt der steigenden Mieten, in der wenigen gehört, was alle brauchen, Zusammenhalt, Vielfalt und Solidarität entgegen.
Netzwerk unterstützt die Großdemo am 5. September 2026 vor den Berliner Wahlen mittels Übernahme von Druck-, Transport- und Technikkosten.
Die Selbstverteidigungs-Sportgruppe von „Bad Freienwalde ist Bunt!“ hat sich im September 2025 gegründet. Anlass war ein schwerer, politisch motivierter Angriff im Juni 2025 auf eine friedliche Kundgebung der Initiative, die sich für ein solidarisches Miteinander in der Stadt einsetzt. Das offene, selbstorganisierte Sportangebot hat das Ziel Menschen, insbesondere die, die von rechter, sexistischer oder rassistischer Gewalt betroffen sind, zu stärken.
Damit das Training zukünftig nicht mehr auf dem harten Hallenboden stattfinden muss, fördert Netzwerk die Anschaffung von Kampfsportmatten anteilig.
3. Gedenkinitiative Emil Wendland (Förderschwerpunkt)
Seit 2012 erinnern Aktivist*innen aus Neuruppin dem ehemaligen Neuruppiner Lehrer Emil Wendland, der am 1. Juli 1992 von Neonazis mit sozialdarwinistischer Motivation ermordet wurde. Die Gedenkinitiative organisiert seitdem jährlich die zentrale Gedenkkundgebung und führt außerdem politische Bildungsveranstaltungen durch, die sich gegen Rechtsextremismus, Obdachlosenhass, Sozialdarwinismus und für Antifaschismus positionieren.
Für das diesjährige Gedenken ist eine Kundgebung und eine Lesung geplant, die von Netzwerk bezuschusst wird.
4. MERO – Meldestelle extrem rechter Vorfälle Oranienburg (Förderschwerpunkt)
Die von Aktivist*innen neu gegründete Meldestelle in Oranienburg, möchte gegen Ausgrenzung vorgehen, diese sichtbar machen und rechtsextreme Vorfälle in Oranienburg dokumentieren. Sie vernetzen sich aktiv mit anderen Meldestellen in Brandenburg und möchten zum Ende des Jahres die Ergebnisse veröffentlichen.
Netzwerk übernimmt die Anschubfinanzierung.
Veranstaltungen und Co
1. TKA-Tresen: Stickerkämpfe
“Anhand der Sticker eines Ortes gewinnt man Einblicke in die dort vorherrschenden Verhältnisse.” Diese Vorstellung von Aufklebern als gesellschaftlichen Spuren teilen viele Aktivist*innen und Street Artists. Und sie liegen nicht falsch: Als Krisenphänomene geben Sticker Einblicke in aktuelle Diskurse und als Reviermarkierungen kann man an ihnen hegemoniale politische Räume ausmachen lernen. Sticker stehen unabsichtlich, über die politische Ebene hinaus, sogar mit den ökonomischen Gentrifizierungsprozessen Berliner Kieze in Verbindung. Klebezettel als kleine Spuren großer sozialer Umwälzungen zu begreifen, hilft deshalb bei der politisch-ökonomischen Orientierung im Alltag. Als politischer Bildner, leidenschaftlicher Spaziergänger und Doktorand zum Thema führt Kevin Grünstein in die Stickerkämpfe Berlins ein.
Wann & Wo: Donnerstag, den 2. April 2026 um 20 Uhr im ZGK | Scharnweberstr. 38 in Berlin-Friedrichshain
2. Konferenz: Cables of Resistance – Bewegunskonferenz gegen Big Tech
Antikapitalistische Aktivist * innen, die eine Vielfalt an Widerstandsformen praktizieren haben genug von Amazon, Google, Microsoft, Meta, Tesla, OpenAI, Nvidia und Co.! Deshalb können interessierte Menschen, Aktivist * innen und Bewegungen das Problemverständnis diesbezüglich vertiefen und sich über notwendige Aktionsformen austauschen, gemeinsam Strategien entwickeln und den Widerstand vorantreiben.
Wann & Wo: Freitag, den 10. April 2026 14 Uhr bis Sonntag, den 12. April 2026 16 Uhr im FMP1 | Franz-Mehring-Platz 1 in Berlin-Friedrichshain
Der Social-Media-Trend #Ostmullendienstag zeigt junge Frauen, die rechte Codes inszenieren – und von Männern sexualisiert kommentiert werden. What the fuck? Strategie: antifeministische Frauenbilder als Lifestyle-Angebot. Zu diesem Thema spricht eine Fachreferentin für Antifeminismus.
Wann & Wo: Freitag, den 17. April 2026 um 18 Uhr | HORTE Peter-Göring-Str. 25 in Strausberg
4. Konferenz: Stadtpolitische Konferenz 2026 – Wohnungskrise und kein Ende?
Im Mittelpunkt, der von der Berliner Mietergemeinschaft organisierten Konferenz, steht eine Bestandsaufnahme der wohnungs- und stadtentwicklungspolitischen Lage in Berlin sowie das ökonomische und politische Umfeld und die Debatte über die Perspektiven der Mietenbewegung im Vorfeld der Abgeordnetenhauswahl im Herbst 2026 .
Wann & Wo: Samstag, den 25.4.2026 von 13 – 18 Uhr im IG Metall-Haus | Alte Jakobstr. 149 in Berlin-Mitte
Der selbstorganisiert entstandene Film porträtiert junge Antifaschist*innen in Deutschland. Über ein halbes Jahr lang wurde mit der Kamera festgehalten, wie Hoffnung entsteht, wenn man in Bewegung kommt. Daraus entstanden ist ein Film über Solidarität, über Sorgen und Mut. Zwischen Schule und Ausbildung, Flyern gehen, Aktionstrainings und Straßenblockaden wird das Bild einer Generation gezeichnet, die sich dem Rechtsruck widersetzt.
6. Vormerken: Gedenkfeier zum 81. Jahrestag der Befreiung
Zum 81. Jahrestag der Befreiung des ehemaligen Jugendkonzentrationslagers und des späteren Vernichtungsorts Uckermark, findet eine Gedenkfeier statt. Davor wird ein Rundgang über den Gedenkort angeboten.
Wann & Wo: Samstag, den 2. Mai 2026, Rundgang 13 Uhr/Gedenkfeier 15 Uhr, Treffpunkt am ehemaligen Lagertor. Meldet euch für den Rundgang bitte bis zum 6. April 2026 per Mail an: initiativegedenkort-kz-uckermark [dot] de (initiative(ätt)gedenkort-kz-uckermark.de)
Der nächste Beratungstermin für selbstorganisierte Projekte aus dem aktivistischen Kontext, die auf der Suche nach Fördermitteln sind, in Kooperation mit dem AStA der TU Berlin, ist am Montag, den 20. April 2026, von 12 bis 15 Uhr.
Wo: Online-Termine können per Mail vereinbart werden.